Facebook-Angebote & Anwendungen sind rechtswidrig

Nun ist es endlich offiziell: Facebook-Angebote & Anwendungen sind rechtswidrig, zwar nicht alle aber viele und da man im Süden von Deutschland Yvonne grad nicht finden kann weist uns der ULD, also das „Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz, nocheinmal freundlich darauf hin, dass der Facebook-Like Button und die Fanpages im höchsten Grad rechtswidrig sind da sie laut Pressemeldung vom 19.08.2011 anscheinend mehrfach gegen die Bestimmungen des  Telemediengesetzes (TMG) und gegen das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) bzw. das Landesdatenschutzgesetz Schleswig-Holstein (LDSG SH) verstoßen. Da sage ich doch DANKE ULD! Danke das ihr uns Nutzer vor den bösen Machenschaften der Facebook-Sekte hinweist und den Betreibern endlich die Augen öffnet und sie vor schreklichen Missetaten bewahrt.

Entschuldigung? Aber wollt ihr mich verarschen? Der Like-Button und Fanpages als rechtswidrig und illegal zu betiteln? Geht’s noch?

Facebook & euer Datenschutz

Wir leben in einem Land in dem private Institutionen und staatliche Organe es nicht einmal schaffen meine Daten in der Offline-Welt zu Schützen. Da wird sich anstelle mit dem Schutz lieber mit der Sammlung von Daten befasst. Themen wie die „Voratsdatenspeicherung“ und „der gläserne Patient“ liegen mir immer noch in den Ohren. Und ihr und eure „unabhängigen“ Institutionen wollt mich jetzt davor schützen was mit meinen Daten passiert sobald ich auf den Like-Button eine Seite klicke? Jede im Getränkemarkt ausgefüllte Gewinnspielkarte deutscher Unternehmen beschert dem einfachen Teilnehmer im Extremfall eine wahre Flut von Werbung, postalisch wie telefonisch. Aber das anbieten eines Like-Buttons oder eine Fanseite auf Facebook soll nun so immens gefährlich sein, dass man dafür den Betreibern eine mögliche Strafe in einer Höhe von 50.000€ in Aussicht stellt? Mal ganz ehrlich… Ihr (Ich verwende  das Wort „Ihr“ in den nächsten Zeilen als äquivalent für den deutschen Rechtsstaat, wobei ich alle über einen Kamm schere und jegliches Organ das sich mit dem Schutz von Daten in eine Schublade packe.) nervt! Ihr lasst Bierproduzenten vor Sportveranstaltungen als Werbepartner Nummer Eins auftreten und verbannt aber Zigarettenwerbung aus den Medien? Ihr seid gegen islamistischen Terror und liefert im nächsten Zug eine Schwadron Leos in den Nahen Osten? … Ihr seid das mitunter scheinheiligste und käuflichste Individuum was mir in den letzten 31 Jahren untergekommen ist.

Anstatt immer nur darauf zu verweisen, was eurer Meinung nach falsch, illegal und rechtswidrig sein könnte, dürft ihr euch auch gerne konstruktiv aus der Sicht der heutigen Nutzer mit den Themen der Onlinewelt beschäftigen. Der Like-Button ist seit seiner Erschaffung umstritten und so gut wie jeder weis, dass er mit einem Klick auf eben diesen Button seine Daten an Dritte weitergibt. Und? Wen interessiert das? Meine Daten sind meine Daten. Bin ich der Meinung, dass mir etwas gefällt dass drücke ich den Button und Punkt! Jeder ist für seine Daten und den Schutz derer selbst verantwortlich!

Facebook & die Alternativen

Während Facebook für viele Unternehmen und Branchen auf dem wirtschaftlichen Sektor immer mehr an Bedeutung gewinnt, von dem Kundenkontakt mal ganz abgesehen, habt ihr Datenschützer nicht besseres zu tun als den Betreibern von Fanseiten und Nutzern von Like-Buttons die Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit zu entziehen. Man stelle sich vor es würde einem Unternehmen in Zeiten der Krise durch ein Mittel wie Facebook seinen Kundenstamm auszubauen, mehr Gewinn zu erwirtschaften und seine Geschäftstätigkeiten weiter auszubauen. Aber es muss ja nicht immer Facebook sein, andere Mütter haben schließlich auch schöne Töchter…

Niemand sollte behaupten, es stünden keine Alternativen zur Verfügung; es gibt europäische und andere Social Media, die den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Internet-Nutzenden ernster nehmen. (ULD – 19.08.2011)

Ach verdammt, ganz vergessen… Es gibt ja noch Alternativen zu Facebook, wie z.B.: Xing, MySpace, die VZs, etc… Tut mir leid aber die Aussage zeigt letztendlich nur von eurem Unverständnis gegenüber einem Netzwerk wie Facebook und den damit verbundenen Möglichkeiten von Unternehmen & Seitenbetreibern. Ein Netzwerk wie es Facebook letztendlich darstellt, besteht momentan kein zweites Mal und damit bestehen auch keine ernsthaften Alternativen!

Es tut mir leid das sagen zu müssen aber nicht Facebook verstößt gegen irgendwelche Datenschutzbestimmungen, sondern die Bestimmungen die ihr verfasst habt sind veraltet und verstoßen damit gegen meinen Willen und mein Gefühl mich Online frei bewegen zu können. Oder um es in einfachen Worten auszudrücken:

IHR LEBT EINFACH IN DER FALSCHEN ZEIT UND WELT!

Facebook & der Konflikt von Generationen

Der Konflikt besteht vielmehr zwischen den Generationen und zeugt eigentlich nur von dem Unverständnis der gängigen Institute, Medien und der staatlichen Seite – Die eigens eine Enquete Kommission benötigt um sich in Punkto „Online“ aufklären zu lassen. Nur wird die euch nichts bringen, da ihr weiterhin nur mit eurer Stammtischpolemik in Walkampfzyklen denkt & lebt!

Bitte liebe Abgeordneten, Datenschutzbeauftragten und Pseudo-Onliner, lasst mich mit eurem totalitärem, faschistischem „kalten Krieg“-Gehabe einfach in Ruhe und lasst die Generation Facebook, Google und Twitter bitte mit euren „Das ist illegal und gehört verboten“-Stempel in Ruhe! Nochmal: Anstatt zu verbieten, klärt die Nutzer lieber darüber auf, welche Informationen eurer Meinung nach mit wem geteilt werden, wer davon profitiert und wie jeder seine Daten im gerechten Maße schützen kann! Aber hört auf mit eurer antiquierten „Angst vor allem“-Einstellung alles und jede Neuerung zu verteufeln!

Und ganz am Rande liebes ULD, mit eurem letzten Absatz eurer Pressemeldung disqualifiziert ihr euch selbst.

Die Profile sind personenbezogen; Facebook fordert von seinen Mitgliedern, dass diese sich mit ihrem Klarnamen anmelden. (ULD – 19.08.2011)

Facebook und die Verwendung eines Klarnamens ist so zwingend wie das Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Was Facebook fordert und was die Nutzer letztendlich machen, sind zweierlei Paar Schuhe.

Und Nein, bis dato habe ich das 25seitige Pamphlet über die Rechtswidrigkeit von Facebook-Anwendungen nicht gelesen, werde es mir aber sicherlich dieses Wochenende zu Gemüte führen und mich dann kommende Woche noch einmal dazu äußern…

Bis dahin musste ich einfach mal ein wenig Popcorn produzieren und mir zum Wochenende hin ein wenig Luft machen.

Und hier sind abschließend noch zwei gelungene und ausführliche Artikel über die Meldung des ULD und was davon eigentlich zu halten ist: socialmediarecht.wordpress.com & netzwertig.com

Darauf ein klares LIKE und ein schönes Wochenende!

Über lars

Geboren 1980 in Cuxhaven | In Hamburg lebend | Im Internet zuhause | Selbständig mit Frau und ohne Kind | Auch in der Dunkelheit immer im Licht unterwegs | Google-Nutzer (Google+) und bekennender Androide

20. August 2011 von lars
Kategorien: Facebook | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. Ja Himmelherrgottsakrament!

    Da schreibst Du in Deiner Wut einen guten Artikel und regst Dich zu Recht über vieles auf, was da aus der Ecke der Datenschützer und der Politik kommt. Und dann vergisst Du ganz, dass die von Dir beschriebene „Generation Facebook, Google und Twitter“ gar nicht (mehr?) so klar umrissen werden kann.

    Gerade unter den Google- und Facebook-Benutzern gibt es mittlerweile unglaublich viele, die diesen ganzen Online-Kram überhaupt nicht verstehen, aber dennoch benutzen wollen. Da diese beiden Firmen Dienste bereit stellen, die schon fast zur Infrastruktur zählen, rufen viele der Neubürger nach Law & Order. Und wer (wieder)gewählt werden will kommt diesem Ruf nur zu gerne nach.

    Daran sind Big G, Facebook und viele andere aber auch nicht unschuldig. Würden sie nicht auf Teufel komm raus Daten sammeln, käme es vielleicht gar nicht zu dem bestehenden Misstrauen. Sag mir einen einzigen Grund, warum z.B.Facebook nicht alle Cookies auf meinem Browser löscht, wenn ich mich auslogge. Wieso muss der „datr“ Cookie mit seinen 2 Jahren Gültigkeit, die selbstverständlich immer wieder verlängert wird, auf meinem Rechner rumlungern, wenn ich mich abmelde?

    Natürlich weiß ich, was ich dagegen tun könnte, wenn es mir denn wichtig wäre. Aber es gibt Menschen, denen macht das Angst. Dagegen würde mehr Aufklärung statt Regelungswut von staatlicher Seite helfen, aber auch mehr Zurückhaltung der Online-Werbeindustrie.

    • Moin Frank,

      och so „wütend“ war ich beim schreiben gar nicht, mir war nur grad danach die Gedanken in Worte zu wandeln und der Artikel war das Produkt.

      Du hast aber recht mit der Aussage das es zu Einseitig ist nur Facebook alleine zu betrachten. Google, Amazon, Twitter, etc. alle haben ihren Teil dazu beigetragen das wir jetzt sind wo wir sind und den Organen hierzulande das Thema Datenschutz über die Ohren wachsen zu scheint – Man möchte sich gar nicht mehr an die Schnellschüsse der letzten Jahre zum Thema FB, Google & Co erinnern so gruselig war die ganze Show.

      Sich alleine über „datr“ aufzuregen, ohne dabei andere (Affiliate-/Ever-)Cookies zu vergessen wäre aber auch fatal. Grundlegend muss da eine Regelung kommen die auf einem sehr umfassenden & globalen Konsens beruht und nicht alleine versucht deutsche Belange auf internationaler Ebene zu regeln, damit würde sich Deutschland nur selbst ins Bein schneiden.

      Was die Generation Facebook betrifft, so ist diese wirklich nicht mehr über einen Kamm zu scheren und adhoc zu erfassen – Das Gleiche spielt sich ja jetzt schon bei G+ ab obwohl das Netzwerk noch in der Beta ist. Die Grenzen der Nutzer (Alter, Herkunft, etc.) verwischen so schnell wie neue Hypes entstehen und verschwinden.

      Ich stimme dir auch zu, dass mehr Aufklärung (die BILD Hamburg hatte heute Facebook als Sommerloch-Titelthema, welch Zufall) sicherlich helfen würde sich dem Thema ein wenig unbefangener, ruhiger und gelassener zu nähern. Was die Online-Werbeindustrie angeht… Joa, dort habe ich zu 90% das Gefühl das diese weder Gewissen noch die Grenzen des guten Geschmacks kennen sondern nur auf „Teufel komm raus“ für Produkte werben & Gewinn maximieren wollen… und so gut viele Virals auch sind, empfinde ich den Trend teilweise als sehr gefährlich…

  2. Pingback: Datensch(m)utz extrem » H.-Peter Pfeufer - Blog

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